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Vorab-Veröffentlichung eines Interviews
mit DMFV-Verbandsjustitiar Alfred Kreutzberg
Gebührenerhöhung wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zurückgenommen
Entscheidung in Kürze zu erwarten
In einem Interview mit der Verbandszeitschrift „Modellflieger“ zum Thema
„Erhöhung der Frequenzzuteilungsgebühren“ hat DMFV-Justitiar Alfred
Kreutzberg mitgeteilt, dass er sehr kurzfristig mit einer Entscheidung der
zuständigen Organe rechnet – und zwar im Sinne der Modellflieger und ihres
Dachverbandes DMFV. Wie Kreutzberg im Interview weiter ausführte, ist davon
auszugehen, dass die Erhöhung „mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit“
komplett zurückgenommen wird.
Nach dem Bekanntwerden der Erhöhung der Frequenzzuteilungsgebühren von 30
auf 130 Euro zu Beginn dieses Jahres hatte der DMFV sofort reagiert.
DMFV-Präsidium, das Verbandsjustiziariat und Dieter Perkuhn, Referent für
Funk im DMFV, haben sich unverzüglich mit den entsprechenden Organen des
Ministeriums in Verbindung gesetzt und auf eine Rücknahme dieser nicht
nachvollziehbaren Regelung gedrungen. Ein positives Ergebnis dieser
Anstrengungen im Interesse aller Modellflieger wird in den nächsten Tagen
erwartet.
Das vollständige Interview mit DMFV-Verbandsjustitiar Alfred Kreutzberg
finden Sie im Anschluss an diese Pressemitteilung.
Tom Wellhausen
DMFV-Pressestelle
Modellflieger: Herr Kreutzberg, in den vergangenen Wochen hat der DMFV bei
den zuständigen Behörden sehr intensiv auf eine Zurücknahme der dramatischen
Erhöhung der Frequenzzuteilungsgebühren gedrungen. Wie schätzen Sie
grundsätzlich die Situation ein?
Alfred Kreutzberg: Ich bin mit der Entwicklung in dieser Sache sehr
zufrieden. Sie wissen, dass wir das zuständige Ministerium
unmissverständlich aufgefordert haben, die Verordnung zur Änderung der
Frequenzzuteilung vom 18.12.2002 zu canceln. Ich halte nach wie vor die
gesamte Gebührenfestsetzung nicht nur für verfassungsrechtlich bedenklich,
sondern definitiv für verfassungswidrig. Sie verstößt im übrigen eindeutig
gegen europäisches Recht und wird auch alleine aus diesem Grunde nicht
haltbar sein. Bei genauer juristischer Prüfung wird das Bundesministerium
der Justiz garantiert zu demselben Ergebnis kommen müssen.
MF: Was bedeutet das konkret?
AK: Das wird dazu führen, dass auch die Politik den richtigen Schluss aus
diesem Ergebnis ziehen wird, nämlich die grundsätzliche Aufhebung dieses
Gebührentatbestandes für alle Modellflieger in Deutschland.
MF: Wie sind Sie in den vergangenen Monaten vorgegangen?
Der Regulierungsbehörde hatten wir ja vorgeschlagen oder geradezu empfohlen,
einen Musterprozess durchzuführen, um unsere juristische Überzeugung vom
Gericht bestätigen zu lassen. Darüber hatten wir uns geeinigt. Allerdings
gab die Regulierungsbehörde keinen Anlass mehr zur Klage. Vielmehr gab es
nach und nach von dort erhebliche Zugeständnisse in Form von Vereinfachungen
und Einsparungen für Vereine und Jugendliche. Es gab aber keine Entscheidung
mehr, die durch Widerspruch oder Klage hätte angefochten werden können.
Aus meinem taktischen Verständnis folgere ich daraus messerscharf, dass die
Behörde an einem Kräftemessen in puncto Justiz und Verfassungsrecht kein
Interesse hat und genau weiß, dass es zu einer negativen Entscheidung zu
Lasten der Regulierungsbehörde kommen würde. Ich erwarte im Grunde genommen
nur noch die Nachricht der Aufgabe des Rechtsstandpunktes durch die
Regulierungsbehörde und ein entsprechendes Einlenken und Umdenken bei den
Verantwortlichen des Gesetzgebungsverfahrens, sprich: der Politik.
MF: Das heißt, einen Prozess wird es möglicherweise gar nicht mehr geben, da
mit einer positiven Entscheidung der Regulierungsbehörde zu rechnen ist?
AK: Ich glaube nicht, dass wir vor einem aufwändigen Prozess stehen.
Vielmehr erwarte ich kurzfristig ein positives Zeichen und die positive
Nachricht, dass die 130 Euro nur ein zeitbedingter Albtraum waren. Jeder,
der mich kennt, weiß, dass ich mich nicht scheue, Prozentzahlen für die
Aussicht auf den Gewinn Rechtsstreits zu nennen.
MF: Ja, dann mal los: Wie stehen unsere Chancen?
Aus den hier gewonnenen Erkenntnissen und Zugeständnissen halte ich den
Erfolg in dieser Sache für absolut gesichert: 95 Prozent für die
Modellflieger, 5% zur Sicherheit für die allgemeine „Betriebsgefahr“ meiner
Prognose. Meines Erachtens stehen wir kurz vor dem Erfolg.
MF: Herr Kreutzberg, vielen Dank für das Gespräch |