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Jeder Gleichstrommotor verursacht im Betrieb
mehr oder weniger Störungen. Am Kollektor wird die Polung des Läufers
laufend umgepolt. Die Kollektorkohlen decken dabei zeitweise zwei Lamellen
ab, wodurch ein kurzfristiger Kurzschluss entsteht. Außerdem wird jeweils
der Stromfluss einer Spule unterbrochen, wodurch eine ziemlich hohe
Induktions-
Spannung entsteht.
Dabei entsteht ein Bürstenfeuer, das ein sehr breites Frequenzspektrum hat,
und vorwiegend über die Zuleitung des Motors abgestrahlt wird.
Auf den Empfänger wirkt sich ein Störsignal im Nahbereich kaum aus, weil das
Sendersignal viel stärker ist. Je weiter das Modell vom Sender entfernt ist,
desto stärker wird der Empfang von der Störfrequenz gestört, bis zu einem
Zeitpunkt, an dem das Modell nicht mehr auf die Fernsteuersignale reagiert.
Daher gilt es die für die Fernsteuerung störenden Impulse direkt am
Entstehungsort auszufiltern.
Man nimmt dazu sog. Entstörkondensatoren, die hochfrequente Spannungen (HF
Impulse) durchlassen, während sie für Gleichspannung quasi als unendlicher
Widerstand wirken.
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Als Entstörkondensatoren sollten ausschließlich keramische
Kondensatoren
verwendet werden. Sie sind als keramische Rechteck-, Scheiben- und
Vierschichtkondensatoren im Handel.
Bei manchem Mabuchi liegen aber auch schon mal Folienkondensatoren bei.
Habe ich auch schon ausprobiert und hat funktioniert. Die Dinger sind
im
Vergleich zu den o.G. Typen verhältnismäßig riesig und schwer. |
Hier die für uns wichtigen Werte
| 1 µF = |
1000 nF |
| 1 nF = |
1000 pF |
µF : Mikrofarad
nF : Nanofarad
pF : Pikofarad |
Die Skizze zeigt die einfache Entstörung, wie sie von den
Herstellern empfohlen wird. Zwei Kondensatoren zum Gehäuse und ein
Kondensator zwischen den Anschlüssen des Motors.
Wichtig ist die direkte Verbindung an den Motoranschlüssen! |
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Sim. |
Rob. |
Autor |
allgem. |
| C1 |
47 nF |
100 nF |
47 nF |
10 - 100 nF |
| C2 |
1 µF |
47 nF |
100 nF |
10 - 100 nF |
| 600er Speed sind in der Regel vorentstört. Sie besitzen jeweils
die beiden Kondensatoren C1 innerhalb des Gehäuses. Graupner empfiehlt
standardmäßig die Verwendung eines Entstörfilters, der im Katalog
angeboten wird, doch dazu kommen wir später noch. |
| Was nun die beste Kombination ist kann nur schwer gesagt werden.
Ich habe meine persönliche Kombination oben mit angegeben. So bekommen
bei mir auch die schon vorentstörten 600er noch zwei C1 verpasst,
wodurch sich die Kapazitäten zwar addieren, aber in den meisten Fällen
ist das so in Ordnung. |
| Ich hatte aber auch schon Fälle, bei denen die Entstörung nicht so
100%ig zu funktionieren schien. So hatte ich in manchen Fluglagen auch
schon mal kurze Motoraussetzer, begleitet mit kräftigem Ruderzucken.
Manchmal genügt es eine andere Kondensatorkombination auszuprobieren,
Scheibenkondensatoren gegen Vierschichtkondensatoren auszutauschen
oder die Antenne etwas anders zu verlegen. Man sollte beim
Steigflug auch nie mit der Senderantenne direkt auf das Modell
"zielen", da die direkte Richtung zum Modell den ungünstigsten
Abstrahlwinkel ergibt! Es gibt hier kein Patentrezept. |
Sollte auch ein zweistündiges Einlaufen des Motors bei ca. 1/3
Nennspannung auch nichts bringen, so sollte man den Motor zusätzlich
mit Induktivitäten entstören. Induktivitäten sind Luftspulen mit einer
Induktivität von ca. 0,2 µH (Mikrohenry).
Man kann diese Spulen leicht selbst herstellen. Man benötigt dazu
Kupferlackdraht mir einem Durchmesser von 1,5 mm und wickelt 7 - 10
Windungen auf ein 6 mm Röhrchen oder einen Stahldraht. Wichtig ist,
daß der Draht ohne Zwischenraum gewickelt wird und der Wickelkörper am
Schluss entfernt wird. Wem das Gefummel zu viel ist, der kann bei
Conrad auch passende Entstördrosseln kaufen ( Best.Nr.: 535699). |
Hier die zusätzliche Entstörung mit
Induktivitäten.
Die Entstördrosseln sollten zweckmäßigerweise direkt an die
Motoranschlüsse gelötet werden Der Kondensator C3 hat die Aufgabe
übriggebliebene HF Impulse kurzzuschließen. Der Wert von C3 sollte im
Bereich von 47 - 100 nF liegen.
Bei einem Durchmesser von 1,5 mm ergibt sich ein Querschnitt von 2,36
qmm. Für eine Spule mit 9,5 Windungen auf 6 mm gewickelt benötigt man
26 cm Draht. Insgesamt muss unser Strom durch 52 cm Draht fließen, was
bei 20A Stromstärke einen Spannungsabfall von 0,1128 V verursacht.
Diesen Verlust kann verkraften wenn die Störung dadurch beseitigt ist.
Mehr als 20 A sollten auch nicht fließen, da der Draht hier schon eine
deutliche Erwärmung zeigt.
Falls man einen fertigen Entstörfilter verwendet, so sollte die
Zuleitung zum Motor nicht länger als 5 cm sein. |
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| Sollte diese Methode auch nicht fruchten, so sollte man vielleicht
mal einfach einen anderen Motor ausprobieren. Es kommt im
Billigmotorbau schon mal vor, dass eine Motorkohle schief im Halter
hängt, oder der Kollektor zu unrund läuft. Zu hohe Drehzahlen und
allzu hohe Motorströme fordern auch ihren Tribut in Punkto Störsender!
Eine Entstörung mit Schottky- Diode (z.B. MBR 2545) soll auch eine
effektive Methode sein. Da aber in manchen Drehzahlstellern (z.B. Fly
30B) schon eine solche am Motorausgang eingelötet ist, will ich hier
nicht näher auf diese Methode eingehen. Mehrmotorige Modelle, die mit
einem Drehzahlsteller ausgerüstet sind sollten aber an jedem Motor
eine Schottky- Diode haben um eine unnötige Erwärmung des Reglers zu
vermeiden. Ebenfalls sollte sich der Gesamtwirkungsgrad erhöhen.
Die Schottky- Diode muss in Sperrrichtung betrieben werden, d.H. am +
(plus) Anschluss des Motors muß die Kathode (der gekennzeichnete Ring)
der Diode angelötet werden, sonst kommt es unweigerlich zu einem
dicken Kurzschluss, der meistens das Ende einer Drehzahlstellers
bedeutet. |
Der Fernsteuerungseinbau:
- Der Empfänger sollte so weit als möglich von Motor und
Drehzahlsteller entfernt eingebaut werden.
- Die Verbindungskabel Motor - Regler - Akku so kurz wie möglich
halten.
- Die Antenne nicht an stromführenden Kabeln entlang legen,
sondern gestreckt zum Rumpf- Ende hin verlegen.
- Schulze Elektronik empfiehlt sogar die Hälfte frei am Rumpf
baumeln zu lassen.
- Für Flächenservos nur verdrillte Kabel verwenden
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Der Test:
Vor dem Flugbetrieb empfiehlt es sich mit eingeschobener Senderantenne
einen Reichweitentest zu machen. Dabei kann man auch keine genauen
Angaben wie weit der Empfang ohne und mit laufendem Motor sein sollte.
Ist die Reichweite bei laufendem Motor wesentlich kleiner, so sollte
der Einbau aller Komponenten nochmals überprüft werden. Insbesondere
auf evtl. abgebrochene Kondensatordrähtchen achten. |
Die hier aufgeführte Entstörung mit Entstördrossel
gilt bis zu einer 600er Motorgröße. Ab der 700er Serie fließen
normalerweise Ströme jenseits der 25 A Grenze. Diese Motoren haben
aber von Haus aus mehr Wicklungen, d.H. mehr Segmente auf dem
Motoranker ( in der Regel 5), außerdem sind sie mit einem rückwärtigem
Lagerschild aus Metall besser gekapselt. Dadurch verringert sich auch
die Stärke der HF-Impulse.
Größere Motoren mit mehr als 5 Ankernuten werden mit Werten zwischen
10 und 22 nF entstört.
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