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Bericht
in Rheinpfalzzeitung-
16.Jan.03 |
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Streit um Segelflugplatz entzweit Dorfgemeinschaft Warum in der Nordpfalz Bürger gegen ein Projekt des Flugsportvereins „Südlicher Donnersberg" Sturm laufen Eigentlich ist Segelfliegen ein leiser Sport. In der Nordpfälzer Gemeinde Lohnsfeld allerdings erhitzen die Pläne von Luftsportlern die Gemüter. Im Ort und in der Nachbargemeinde Winnweiler laufen Hunderte von Einwohnern gegen einen geplanten Flugplatz Sturm. Im Sommer 2002 hatte der Flugsportverein Südlicher Donnersberg eine Start- und Landebahn südlich des Ortes beantragt. Das Thema war nicht ganz neu, doch erst mit der Bekanntmachung im Amtsblatt erfuhren die Bürger und fast alle Kommunalpolitiker davon, dass dabei auch Motorstarts vorgesehen werden. Viele fühlten sich überrumpelt. Sogar die Abstimmung im Rat der Verbandsgemeinde Winnweiler über den geplanten Flugplatz wurde vertagt – aus Mangel an Information. „Wir sind alle fast ein bisschen überfordert", musste CDU- Fraktionschef Otto Gros bei der Sitzung am 10. Dezember zugeben. Informiert haben sich inzwischen auch die Bürger, die auf Versammlungen in Lohnsfeld und Winnweiler die Flugplatz- Pläne kategorisch ablehnten. Dabei geht es kaum noch um den Segelflug an sich, sonder vor allem um das Vertrauen in die Verantwortlichen. Mit Problemen behaftet ist derzeit die Grundstücksfrage: Im Moment habe die Segelflieger nach eigenen Angaben eine 600- Meter- Startbahn so gut wie sicher. Das reicht aber nur für einen Flugzeugschlepp. Für einen Windenstart muss die Startbahn länger sein. Deshalb wurde im Sommer auch die Start- und Landeerlaubnis für Motorsegler und Ultraleichtflugzeuge mit beantragt. Darauf wollen die Flugsportler allerdings nur in den ersten beiden Jahren zurückgreifen- bis sie acuh die Grundstücke in der Verlängerung gepachtet haben und ihre Landebahn ausreichen lagen für eine Windenstart ist. Unklarheit über die Grundstücke Allerdings sind ihnen dies Flächen noch gar nicht sicher. Die Landwirtschaftskammer Kaiserslautern erkennt bei den Landwirten „Keine durchgehende Bereitschaft, die Flächen zur Verfügung zu stellen", wie es in einem internen Papier heißt, das auch zur Genehmigungsbehörde- dem Referat Luftverkehr des Landesbetriebes für Straßen und Verkehr in Hahn- gesandt wurde. Einige bestehende Pachtverträge würden sogar noch neun Jahre laufen. Die meisten Bürger sind deshalb verunsichert, viele glauben dem Versprechen der Flieger nicht. Einmal wiel der Antrag im Sommer eingereicht wurde, ohne Die Bürger anzuhören. Zum anderen wegen der reichlich vernebelten Aussicht in die Zukunft. Denn es gibt wenig Klarheit darüber, was die Segelflieger tun, wenn sie die restlichen Grundstücke von den Landwirten nicht bekommen. Zwar haben sie versprochen, dann wieder ihre Koffer zu packen. Doch viele Bürger fragen sich: Warum pachtet man Land und richtet eine Startbahn her, wenn man nach zwei Jahren vielleicht wieder abziehen muss? Und grundsätzlich wird befürchtet dass dieses Flieger- Versprechen dann, wenn der Flugplatz erst mal genehmigt ist, in Vergessenheit gerät. Lohnsfeld scheint ein Paradebeispiel für einen falschen Umgang mit der Öffentlichkeit zu sein. Zwar wurde das Thema Segelflugplatz im Lohnsfelder Gemeinderat schon vor zwei Jahren allgemein beraten, von den Bürgern dabei aber offenbar nicht zur Kenntnis genommen. Gernot Kessler, Leiter des Hahner Referats Luftverkehr, hat schon eine Menge Flugplätze genehmigt und dabei die Erfahrung gemacht, dass bei den Bürgern „oft die latente Angst herrscht, dass sie bald einen Flughafen vor der Tür haben". Daher sei es besser, von Anfang an mit den Leuten zu sprechen. Einen ihrer besten Verbündeten haben die Segelflieger im Lohnsfelder Ortsbürgermeister Franz Marx. Er verspricht sich mit dem geplanten Fluggelände eine Aufwertung seines Dorfs und ein verbessertes Freizeitangebot für die Jugend. Mehrmals wurde das Thema im Gemeinderat behandelt und der Flugplatz auch dann noch begrüßt, als er konkreter wurde und die Sache mit den Motorstarts ans Licht kam. Marx wankte allerdings, als bei jener Bürgerversammlung Ende 2002 von über 100 anwesenden Lohnsfeldern all gegen den Segelflug stimmten. Aufgrund des heftigen Gegenwinds versprach er, „dem Votum der Bürger" zu folgen- und damit den alten Beschluss vom Gemeinderat aufheben zu lassen. Dem aber folgte der Gemeinderat nicht. Er blieb bei seiner zustimmenden Stellungnahme, die im Übrigen bereits beim Referat Luftverkehr in Hahn eingegangen war. Nur den von den Segelfliegern beantragten Motorschlepp und den Start von Ultraleichtflugzeugen lehnten der Ortsbürgermeister und seine Ratsmitglieder ab. Boykott beim Neujahrsempfang Viele Bürger fühlen sich folglich verschaukelt. Mittlerweile belastet das Thema Segelflug sogar die sonst so gut funktionierende Lohnsfelder Dorfgemeinschaft. Der Riss geht außerdem durch die Vereine- beim Neujahrsempfang blieb ein Teil der Sänger zu Hause. Am 17. Januar endet offiziell nun die Einspruchsfrist gegen den Segelflugplatz. In den betroffenen Gemeinden trugen sich Hunderte von Bürgern in Listen ein, die nun nach Hahn gesendet werden. Im Frühling sei dann eine Entscheidung der Behörde möglich, sagt Referatsleiter Kessler und verspricht, dass dabei die Meinung der Bürger eine wichtige Rolle spiele. |