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RHEINPFALZ ONLINE, Donnerstag, 19. Dez , 03:45 Uhr
Ein
Zeitungsbericht in Sachen Segelflugplatz (Motorflug?) in der Gemarkung
Lohnsfeld.
Bürgermeister Simon:-
"Flugsportverein soll Antrag zurückziehen !!"
WINNWEILER:
Gemeinderat
gegen Segelfluggelände in Lohnsfeld - Einheitliche Meinung in allen
Fraktionen
Bei einer Stimmenthaltung hat sich der Ortsgemeinderat Winnweiler gegen
eine Anlegung eines Segelflugsportgeländes in der benachbarten Gemarkung
von Lohnsfeld ausgesprochen. Die Ratsmitglieder befürchten bei einem
Flugbetrieb gleich welcher Art deutliche Beeinträchtigungen für die
Bürger, insbesondere in den Neubaugebieten.
Im Genehmigungsverfahren ist die Zustimmung der Ortsgemeinde Winnweiler
wegen der Nähe zum begehrten Gelände erforderlich, so Ortsbürgermeister
Robert Simon, der den Antrag stellenden Flugsportverein aufforderte,
seinen Antrag zurück zu ziehen. Sollte es dazu nicht kommen, so verlange
er von der zuständigen Genehmigungsbehörde eine Versagung der Erlaubnis.
Dies machte er zum Antrag und fand dabei Unterstützung in den Reihen des
Rates, die seine Argumentation noch ergänzten.
Lediglich das Ratsmitglied Otto Leidinger (SPD) suchte nach einer
Kompromisslösung. Er dachte dabei auf die Beschränkung von
Segelflugzeugen mit elektrischen Winden. Sein Gedankengang stieß auf
erheblichen Widerstand, besonders bei Helmut Mayer (FDP), der eine klare
Linie durch den Ortsgemeinderat forderte und keine Kompromisse angeboten
haben will. "Jeglicher Flugverkehr ist abzulehnen", forderte Mayer.
Befürchtet wird von den Ratsmitgliedern, dass nach einem ersten Schritt
auch ein weiterer folgen werde und letztlich reger Flugverkehr mit allen
denkbaren Maschinen herrschen wird.
In einer Bürgerversammlung hätten mehr als 100 Bürger aus Winnweiler die
Ablehnung eines solchen Flugsportgeländes gefordert, informierte
Ortsbürgermeister Robert Simon. Ablehnende Haltungen kämen auch von den
Ortsbeiräten in Alsenbrück-Langmeil und Potzbach sowie von der
Jagdgenossenschaft. Weiterhin wurden in einer Aktion an einem Tag in
Potzbach mehr als 95 Unterschriften gesammelt und ihm übergeben.
"Viele Gründe für Ablehnung"
Der Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde Winnweiler weise ein
solches Sondergebiet nicht aus, und er forderte die Verantwortlichen
auf, auch keine diesbezügliche Änderung vorzunehmen. Es gäbe "viele
Gründe für eine Ablehnung". Einerseits liegt das beanspruchte Gelände in
unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Naherholungsgebiet, in einem
Abstand zwischen 300 und 500 Metern zur bebauten Ortslage und
andererseits gibt es keine Erschließung über öffentliche Wege.
"Lärm schadet Mensch und Natur"
Die Belastung durch militärische Flugzeuge sei in der Region schon groß
genug. "Mehr Lärm kann nicht mehr hingenommen werden", betonte Simon.
Der Jagdpächter habe schon mit Pachtminderung gedroht wenn es durch
weitere Flugzeugbewegungen zu Beeinträchtigungen der Bejagbarkeit käme,
denn "noch mehr Lärm schade Mensch und Natur". Das Gelände unterliege
derzeit einem Bodenordnungsverfahren und die endgültige Besitzeinweisung
stehe noch aus, informierte die Landwirtschaftskammer. Sie lehne die
weitere Auflassung von landwirtschaftlich genutzten Flächen egal für
welche anderweitigen Nutzungen ab.
"Beeindruckend und hinterhältig" empfand Gerd Krohn (SPD) die
Ausführungen der Vertreter des Flugsportvereins bei der
Bürgerversammlung. Es sei nur vom Segelfliegen die Sprache gewesen, wo
doch die Antragstellung auch von motorbetriebenen Flugobjekten ausgehe.
Er widersprach in einigen Punkten dem vorliegenden Lärmgutachten und
stellte fest, dass es es an verschiedenen Voraussetzungen für ein
Planverfahren fehle.
Er unterstrich nochmals die geringe Entfernung zur Wohnbebauung und
vermisst Angaben über beabsichtigte Zuwegungen, die gedachten baulichen
Anlagen, die Beschaffenheit der Start- und Landebahn sowie die
Handhabung der geplanten Winden. Vor etwas mehr als zwei Dutzend
Zuhörern im Festhaus widersprach er den Interessen einer ganz kleinen
Gesellschaft und stellte das Gemeinwohl in den Vordergrund.
"Votum der Bevölkerung deutlich"
"Das Votum aus der Bevölkerung ist sehr deutlich", unterstrich Werner
Steffens (CDU). Auch er sprach das vorliegende Gutachten an, das für
viele Ratsmitglieder nicht schlüssig sei und ergänzte, dass sich ganz in
der Nähe das stark frequentierten Freibad befinde und deshalb müsse
schon aus Sicherheitsgründen auf weitere Flugbewegungen verzichtet
werden.
Der Antrag stelle einen wesentlichen Eingriff in die Planungshoheit der
Ortsgemeinde dar und dem müsse entgegen gewirkt werden, so Jochen Müller
(FDP). Mit großen Anstrengungen wurden Neubaugebiete geschaffen und
besiedelt und deshalb könne man in unmittelbarer Nähe keinen Flugplatz
gebrauchen. Die zu erwartenden Belästigungen seien schon jetzt erkennbar
und deshalb müsse die Ortsgemeinde entsprechend handeln.
Viele kleine Details im Antrag vermisst Kerstin Weis (Grüne/Bündnis 90),
sie sich ebenfalls für eine Ablehnung aussprach. Zweifel habe auch sie
am Lärmgutachten, und die topographische Lage lasse schon jetzt
Belästigungen erkennen. Winnweiler habe schon genügend
Beeinträchtigungen wie beispielsweise die Schießanlage oder der
Hundeplatz wie auch der Modellflugplatz. "Der Lärm ist genug", brachte
sie es auf einen Nenner.
Aus landespflegerischer Sicht habe die Ortsgemeinde am Ortsrand zum
geplanten Segelflugplatz hin auf 20 Bauplätze zu Gunsten des
Wohnfriedens verzichtet, so Simon. Deshalb lasse man sich jetzt nicht
einen Flugplatz vor die Nase setzen. (osw)
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